So könnte man die knapp drei Wochen Roadtrip in drei Aspekte zusammenfassen. Natürlich gab es neben den fast 6.000 Kilometern Straße, dem vielen Staub und den hungrigen Dingos auch traumhafte Strände und idyllische Natur. Jetzt aber mal alles von Anfang an: Montagmorgen erreichte ich nach 24 Stunden Flug endlich Adelaide und wurde von 25°C, strahlendem Sonnenschein und natürlich von Ian am Flughafen begrüßt. Nach einem Frühstück am Henley Beach in Adelaide ging es mit einem Zwischenstopp in Freeling, dem Dörfchen in dem die Serie Mc Leods Töchter gedreht wurde auf zur Farm von Ians Eltern in Tarlee, das Auto für die Reise packen.

Ausgerüstet mit allerlei Campingutensilien und jeder Menge Vorfreude brachen wir am späten Vormittag zu unserem Abenteuer auf. Für den Trip hatten wir uns eine Mischung aus Camping und Übernachtungen in Hostels überlegt. Einerseits um das Reisebudget so gering wie möglich zu belasten und andererseits auch, um so viel wie möglich vom Land zu sehen.

Unser erster Campingplatz lag in den Flinders Ranges, einer Bergkette in der „Yellow Footed Rock Wallabies“ leben. Leider sahen wir an diesem Abend keines und etwas enttäuscht machten wir uns am nächsten Morgen auf zum nächsten Ziel. Doch unverhofft kommt oft. Denn als ich gerade um eine Kurve biege steht eins direkt vor uns auf der Straße und schaut uns etwas verduzt an. Gleich wurde natürlich die Kamera gezückt.

Die nächsten Tage folgten wir dem Highway 1 entlang der Küste nach Westen vorbei an der Great Australian Bight einer großen Bucht, die in den Frühlingsmonaten Anlaufpunkt für Walmütter ist, um ihr Jungen auf die Welt zu bringen und aufzuziehen. Über den Nullabor und Australiens längster gerader Straße dem „90 Mile Straight“ über 146 Kilometer schnurgerade Straße ohne jegliche Biegung oder geschweige denn einer Kurve. Bis wir schließlich über den National Park Cap Arid die erste „richtige“ Stadt erreichten. Esperance zeigte sich uns von seiner schönsten Seite und nach dem wir dort auch noch „Twilight Beach“ einen traumhaften Sandstrand mit sanft anmutenden Felsen entdeckten, hätten wir am liebsten sofort ein Haus dort gekauft.

Doch nach nur zwei Tagen ging es weiter an der Küste nach Albany. Dort war das Wetter zum ersten Mal nicht ganz auf unserer Seite und es Nieselte etwas, was der Schönheit der Strände und der Landschaft jedoch keinerlei Abbruch tat. Im Valley of Giants, einer Region, in der es riesige Bäume gibt, machten wir einen „Tree Top Walk“. Dort läuft man auf einer Art Laufsteg immer höher zwischen den Bäumen hindurch und bekommt einen Eindruck wie hoch das Ganze eigentlich ist. Sehr unvorteilhaft wenn man, wie Ian Höhenangst hat. Haha =) Nach dem wir unbeschadet wieder am Boden angekommen sind ging es von dort schließlich an die Westküste in die Margaret River Wein Region. (Wir mussten uns natürlich von der Qualität der Weine überzeugen.)

Und dann war es auch nur noch ein Katzensprung bis Perth. Endlich! Perth, die Hauptstadt von West Australien mit rund 1.6mio Einwohnern am Swan River. Und nur um ein Gefühl für die Dimensionen zu geben: Die nächstliegende größere Stadt ist Adelaide! Auf kürzestem Weg 2695 km von Perth entfernt. Aufgeregt endlich wieder in der Zivilisation zu sein legten wir einen Shopping- und Sightseeing-Tag ein. Abends besuchten wir Katy eine Freundin von mir, die ich auf der Polofarm kennengelernt hatte. Sie lebt mit ihrem Mann, den zwei Kindern und einigen Polopferden in einem Vorort von Perth idyllisch am Swan River. Ja, hier lässt es sich auch leben.

Doch da meine Zeit ja etwas begrenzt war, brachen wir nach einem weiteren Tag schon wieder auf und machten uns über Kalgoorlie Boulder, einer Stadt die nur aufgrund von Bergbau entstanden ist wieder auf den Rückweg nach Adelaide. Die Strecke bewältigten wir in nur drei Tagen. Was lange Tage mit jeweils ca. 900 km Fahrtstrecke im Auto zur Folge hatte.

In der letzten Nacht auf dem Heimweg bekamen wir dann jedoch noch unerwarteten Besuch. Ein hungriger Dingo hatte wohl unser Abendessen gerochen und sah es als angemessen an um unser Camp herum zu schleichen und nach Resten von Steak ausschau zu halten. Da meine Nerven aufgrund einer Mausattacke nur eine Stunde zuvor sowieso sehr, naja sagen wir mal: strapaziert waren, fand ich das nicht soo lustig und war erleichtert, als er nach ca. 10 Minuten das Interesse an uns verlor und seiner Wege ging. So waren wir auch froh vor meinem Abflug noch zwei Tage entspannen zu können und erst mal wieder Energie aufzutanken.

Am Abend vor meinem Abflug besuchten wir das Fringe Festival in Adelaide. Ein Comedy und Entertainment Festival, das einmal jährlich für fast einen Monat die ganze Stadt vereinnahmt. Wir sahen die Show „5 Steps to become a German“, also wie werde ich Deutscher in 5 Schritten. Der Comedian war ein Deutscher, der momentan in England lebt und es sich zur Aufgaben gemacht hat dem Rest der Welt zu erklären, wie wir Deutschen so ticken. Und misst – er hatte mit (fast) allem recht. Lustig war es aber trotzdem oder vielmehr gerade deswegen! Und ich glaube Ian hat einige meiner „Deutschen Eigenschaften“ nun besser verstanden. =)

Am letzten Tag habe ich es dann auch endlich geschafft mir den obligatorischen Sonnenbrand zuholen und bin mit viel Wehmut und glühend heißen Oberschenkeln am Nachmittag in den Flieger zurück nach Frankfurt gestiegen.

Eins steht fest: Australien ich komme wieder – und das hoffentlich nicht erst in einem Jahr.

Drei Wochen sind schneller vergangen als mir lieb ist und ab morgen hat mich der Alltag wieder. Da ich momentan noch keine Zeit für einen ausführlichen Bericht habe lasse ich euch für den Anfang schon mal ein paar Bilder da.

Nur so viel schon mal: Western Australia hat mich mit seiner Weite, der scheinbar unberührten Natur und den traumhaften Sandstränden und Küsten sehr beeindruckt.

Man kann an Stränden spazieren gehen, ohne einen einzigen Fußabdruck anderer Menschen zu sehen. Ein Strand exklusiv für einen allein…

1 Jahr Deutschland ist genug. Und darum werde ich fast ein Jahr nach meiner Ankunft aus Japan wieder meinen Koffer packen und am 18. Februar nach Adelaide fliegen! Keine Sorge, geplant ist, dass ich drei Wochen später wieder in Deutschland bin. Aber man weiß ja nie… =)

Ich werde mich von Adelaide mit einem Freund auf den Weg nach Perth an die Westküste machen und nach drei Wochen des Weintestens, Sandboardens, Golfspielens, jeder Menge Strand und Meer und noch viel mehr Stunden im Auto auch hoffenlich unbeschadet wieder in Adelaide ankommen. Aber auch das ist ja bei mir keine Selbstverständlichkeit, wie wir von meinem ersten Trip wissen.  

Nur um einen kleinen Vorgeschmack zu geben, zitieren ich hier mal die Worte des Fremdenverkehrsamts West Australiens: “Ein überwältigend riesiger Himmel und Landschaften wie in einer Theaterkulisse. Wahre Outback-Abenteuer, die Eindrücke des überwältigenden, klaren Himmels und der theatralischen Landschaft des Golden Outbacks werden Sie für immer in Ihren Erinnerungen vor Augen behalten.”

Und mit meinen Worten: “ISCH FREU MISCH DRUFF! =)

Die Reiseroute (hier auch noch mal detailliert)

 

Pünktlich zum Wochenende gibt es noch schnell einen neuen Song des Tages.

Wünsche euch viel Spaß beim hören =)

Rodney Atkins – Farmer’s Daughter

Ich habe mir überlegt euch ein bisschen mit Musik zu versorgen. Musik, die mich in den vergangenen Monaten begleitet hat oder mir im Moment das Fernweh vertreibt. Deshalb gibt es jetzt, ab und an den Song des Tages  =)

Den Anfang macht heute Steve Forde mit Rodeo Freak.

Dieser Song hat uns mit voll aufgedrehter Lautstärke fast immer auf dem Weg zum Polospielen begleitet und für gute Stimmung im Truck gesorgt.

Gestern vor einem Jahr habe ich meine Arbeit als Pferdepflegerin bei den Gunns begonnen. Und erinnert ihr euch noch an Sunset Station? Ja genau, die Farm von Sam, auf der ich mit Schafböcken kämpfen und Kuh-Schwangerschaften verkünden durfte.

Sams Haus glich eher einer Bruchbude, da es fast 15 Jahre lang unbewohnt und unrenoviert war, sodass mein erster Tag dort aus Fenster putzen und vergeblichen Versuchen den Teppich zu reinigen bestand. Schon damals haben Sam und ich überlegt, wie er das Haus umbauen könnte, um es wohnlicher und freundlicher zu gestalten. Und nun, fast ein Jahr später ist es so weit, Wände wurden eingerissen, ein neuer Boden verlegt, die Fenster ausgetauscht und eine neue Küche MIT GESCHIRRSPÜLER gibt es auch. Oh man, wäre ich doch mal ein Jahr später dort gewesen =)

Ha, damit hättet ihr wohl nicht gerechnet. Es gibt einen neuen Blogeintrag.

Keine Angst ich bin (noch) in Deutschland und gehe (vorerst) auch nicht nach Australien, aber ich will euch natürlich trotzdem nicht die neuesten Informationen von Down Under vorenthalten.

Das Fernsehteam von Australia.com war zu Gast auf meiner Trainingsfarm und hat von Dan, mit dem ich zusammen dort gearbeitet habe, ein sehr nettes Video gedreht!

 

Jetzt könnt ihr euch sicher auch noch besser vorstellen, wie mein Tagesablauf dort gewesen ist und warum mir das Farmleben sehr fehlt. Nichtsdestotrotz ist es ja hier in Deutschland auch schön  * hüstel *  * räusper * =)

In der Galerie gibt es noch brandaktuelle Luftaufnahmen der Farm.

Und wer weiß, vielleicht gibt es früher oder später ja wieder mehr Blogeinträge =)

Das Setsubun Festival war eine sehr lustige Feierlichkeit letzten Donnerstag in Kyoto.

Ich bin morgens erst zu einem Stadtrundgang vorbei an Nijo-Castle und dem Imperial Garden aufgebrochen und gegen 12 Uhr an einem Tempel angekommen der festlich geschmückt und von hunderten Leuten besucht war. Da leider keines der Schilder in englisch war hatte ich natürlich keine Ahnung was ablief, so dass ich einfach mal in alle Hallen hineingeschaut habe. Ich schaute einem japanischen Theater zu als mich dann plötzlich jemand an der Schulter angetippte. Und als ich mich umdrehte stand ein kleiner um die 80 Jahre alter Japaner vor mir und hat mir in japanisch und englisch gemixt mit wilden Gestiken zu verstehen gegeben, dass ich ihm doch folgen soll. Da ich keine Ahnung hatte was los ist, bin ich ihm gefolgt und wurde prompt zu einem Stand mit kostenlosem heißen Sake (Reiswein) gebracht. Nachdem wir den Sake getrunken hatten, haben er und seine Freunde es sich zur Aufgabe gemacht mir die japanische Tempeltradition näher zu bringen und mich überall hingeführt wo es etwas zu entdecken gab. Wir haben einer Dämonenvertreibung zugeschaut, Bohnen auf Dämonen geworfen und noch mehr Sake getrunken. Von den wenigen Europäern die dem Treiben beiwohnten, wurde ich etwas merkwürdig beäugt. Eine junge Deutsche die mit zwei alten Japanern und drei alten Japanerinnen durch die Gegend zieht, das muss irgendwie komisch ausgesehen haben. Aber trotz Sprachbarriere und Altersunterschied eine sehr lustige Angelegenheit und ich war sehr froh so nette Menschen kennen gelernt zu haben.
Als die Festlichkeiten und der Tag zur Neige gingen bin ich zurück in mein Hostel, denn dort gab es zur Feier des Tages noch kostenloses selbst gemachtes Suhsi!
Am Freitag ging es dann nach einem letzten Spaziergang zu einem Tempel von Kyoto nach Tokyo wo ich diesmal sogar ohne Probleme mein Hostel fand und mich auch gleich auf den Weg zu einem der schönsten Tempel Tokyos, dem Sensoji Tempel gemacht habe. Wieder mal völlig beeindruckt bin ich dann im Anschluss noch neues japanisches Essen ausprobieren gegangen und habe mit Daniel, einem Brasilianer aus meinem Hostel die japanische Nudelküche erkundet. Um eine Bestellung aufzugeben musste man am Eingang des Restaurants in einen Automaten Geld einwerfen und anschließend sein Menü dort auswählen. Zum Glück hatten die Knöpfe auch Bilder, so konnten wir wenigstens sehen was man bekommt. Und es war wieder einmal sehr sehr lecker!! =)
Die letzten zwei Tage bin ich durch Tokyo gelaufen und habe versucht so viel wie möglich zu sehen. Es ist eine tolle Stadt. Vor allem der Fischmarkt war sehr beeindruckend. Wir sind morgens um 7 Uhr dort gewesen und das hektische Treiben war einfach unbeschreiblich. Es düsen ständig Elektroautos durch die Gänge und Straßen und wenn man nicht aufpasst wird man umgefahren. Der größte Fischmarkt der Welt war organisiertes Chaos. Überall die unterschiedlichsten Fischarten, von Seeaal bis 300kg Tunfisch – und alles fangfrisch.
Die Stadtteile Shibuya, Harajuku und Shinjuku sind einfach nur total abgedreht. Menschen die als Comicfiguren verkleidet durch dir Gegend laufen, ihren Hunden Kostüme anziehen und die wildesten Outfit-Kreationen zur Schau tragen. Aber auch Tempel und Schreine in den kleinsten Seitenstraßen.
Morgen ist es dann so weit. Der Tag, der vor 7 Monaten noch so weit weg schien ist gekommen. Es geht also nach Hause. Noch ein letztes Mal den Backpack packen, aus dem Hostel auschecken eine Bahn zum Flughafen finden und 12 Stunden den Service im Flugzeug auskosten.
Ich freue mich aber auch wirklich sehr darauf wieder nach hause zu kommen - einerseits. Aber auf der anderen Seite finde ich es natürlich schade, dass ich dann nicht jeden Tag neue Orte und Menschen kennen lernen werde. Aber es heißt ja nicht, dass ich nicht noch mal auf eine Entdeckungsreise durch die Welt gehen kann. Es gibt noch so viel zu sehen und gerade wenn man im Hostel Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt kennen lernt und tolle Sachen über deren Länder erfährt, will man dort auch am liebsten gleich noch hin.
Es waren aber definitiv tolle, lehr- & ereignisreiche, selbstfindende und zu Beginn leider etwas schmerzhafte 7 Monate und ich bin sehr sehr froh, dass ich den Entschluss gefasst habe und mich in dieses Abenteuer gewagt habe. (Eigentlich wurde ich ja vielmehr von Mel und Henning dazu genötigt, die mal ihre Ruhe vor mir brauchten) =)
Nein, aber im ernst dickes Danke an euch zwei und natürlich an alle, denn ohne euch währen diese 7 Monate definitiv nicht so toll geworden! Danke an Bettina, die sich während der ganzen Zeit alleine um unser Moppelchen Odessa gekümmert hat. Danke an euch, danke an euere vielen Kommentare in meinem Blog, E-mails, die mich auch an euerem Alltag teilhaben lassen, die Nachrichten auf facebook, Anrufe und natürlich dafür, dass ich weiß, dass ihr immer da seid, wenn ich euch brauchte.
Natürlich, last, but not least: danke an meine Familie, die mich immer unterstütz hat und mir die Freiheit gegeben und das Vertrauen geschenkt hat die Welt zu sehen und Neues zu entdecken.
Ich hoffe mein Blog hat euch etwas unterhalten und ihr hattet auch etwas Spaß daran die Artikel zu lesen.
Und um es australisch zu beenden:
Cheers and no worries
Miri

Drei Tage Japan und ich bin völlig hin und weg. Hier scheint das Sprichwort “Tradition und Moderne vereint” nicht nur eine so dahin gesagte Floskel zu sein. Technisch und in allen Bereichen des alltäglichen Lebens ist Japan definitiv auf Augenhöhe mit Europa und definitiv weiter als einige Staaten der USA =) Die Toiletten sind hier glaube ich intelligenter als so manche Menschen. Es gibt ungefähr 10 Knöpfe denen die verschiedensten Funktionen zugewiesen wurden. Man kann sich zum Beispiel etwas Musik oder plätscherndes Wasser vorspielen lassen.

Aber mal abgesehen vom Örtchen hat Japan wirklich einiges an Kultur und Tradition zu bieten. An fast jeder Ecke findet man einen Schrein oder Tempel und Geishas wandeln abends durch die Straßen.

Überall finden sich kleine Läden mit allerlei ungewöhnlichen Dingen zu essen und massenhaft kitschige Souvenirs. Ich habe mich hier gefühlt schon durch halb Kyoto gegessen. Ich hab zwar meist keine Ahnung was ich da gerade zu mir nehme, denn ausser dem Preis (Zahlen sind die selben wie unsere) kann ich leider nichts deuten. Die japanischen Beschriftungen sind ein Rätsel für mich, aber bislang hat mich die japanische Überraschungsküche noch nicht enttäuscht.

Ich bin am Montag in Kyoto angekommen und habe mich nachmittags nachdem ich nach etwas Verwirrung (google maps englisch mag japanische adressen wohl nicht) mein Hostel gefunden hatte, gleich auf den Weg zu einem Tempel gemacht. Ich will gar nicht viel schreiben, schaut euch einfach nur die Bilder an, die sagen mehr.

Gestern ging es nach Osaka und Nara wo weitere Tempel, Schreine und unteranderem der Nara Park mit 1200 Rehen die dort frei herumlaufen und dem großen Buddha-Tempel, der eine 15m hohe Buddha Statue beherbergt, von mir entdeckt werden wollten.

Heute bin ich dann nach Hiroshima gefahren und habe mir die Gedenkstätte und das Museum zum Atombombenangriff der USA auf Japan am 6.8.1945 angeschaut. Das Geschehen so deutlich vor Augen geführt zu bekommen lässt einen doch schon über die Notwenigkeit  oder Unnötigkeit von Atombomben nachdenken. Und hat mich auch erstmal etwas leise gestimmt.

Anschließend habe ich noch einen kurzen Abstecher zu den Überresten und Restaurierten Hiroshima Castle gemacht und bin nun voller Vorfreude auf morgen, denn morgen ist in Japan Setsubun Matsuri, ein Fest zum Ende des Winters und in den Tempel sollen wohl einige feierliche Zeremonien stattfinden.

Mit der Fähre ging es also von Picton auf der Süd Insel nach Wellington auf die Nord Insel und von dort aus mit dem Bus nach Hastings zu Kip & Dales Farm Tuki Tuki,

Kip hat mich abends vom Bus abgeholt und nach einer kleinen Stadtrundfahrt ging es dann nach hause zur Farm.
Als wir die Auffahrt zum Haus hinauf fuhren, hat es mir erst einmal die Sprache verschlagen. Das Haus von Kip und Dale ist ein absoluter Traum, bodentiefe Fenster, haufenweise liebevolle Details und umgeben von farbenfrohen Blumen. Vom Wohnzimmer und der Küche aus kann man auf die Pferdekoppeln schauen und in der Abenddämmerung kommen die Rehe auf der Wiese zum grasen. Ich wollte am liebsten gar nicht mehr weg. Aber ich hatte ja noch 4 volle Tage bis ich zum Flughafen nach Auckland musste.

Wie es sich natürlich gehört, wenn man auf eine Farm mit einigen Pferden kommt, sind Ben, Claudia und ich am nächsten Morgen ausreiten gegangen und haben die Aussicht von den Hügeln auf Hawkes Bay genossen. Ben und Claudia arbeiten für Kip und Dale. Ben spielt Polo und Kip und Dale unterstützen ihn in seinem Vorhaben professioneller Polospieler zu werden. Ich hatte ihn schon mal in Australien beim Polo getroffen, als wir in Ellerston waren und seinem Team ein Pferd von uns ausgeliehen haben. Die Polowelt ist echt klein.
Claudia kommt aus Schottland, hat eine deutsche Mutter und spricht auch deutsch, ist am backpacken und ist durch Zufall zum Pologroom geworden.
Dale und Kip sind wirklich zwei herzensgute Menschen, denn am nächsten Tag hat Dale Claudia frei gegeben um mit mir die Gegend und die umliegenden Städte zu erkunden. So sind Claudia und ich nach Napier gefahren und haben die im Artdeco-Stil erbaute Stadt erkundet. Als wir uns dann auf den Nachhauseweg machen wollten, hat uns das Auto allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht und ist nicht mehr angesprungen. Wir mussten Kip anrufen, der uns dann aus der Klemme geholfen hat.
Während meiner zweiten Nacht auf Tuki Tuki wurde es so gegen 3:30 Uhr etwas wackelig. WIr hatten ein Erdbeben der Stärke 5,9 auf der Richterskala und mein Bett wurde zu einem Massagebett und ist im Zimmer hin und her gewackelt. Ich war anfangs nicht sicher ob ich das alles träume oder ob das Wirklichkeit ist, und bin gefühlte 3 Sekunden später wieder eingeschlafen, aber am nächsten Morgen beim Frühstück haben alle darüber gesprochen und die Nachrichten im Fernsehen haben dann die 5,9 verkündet. Es ist aber nichts zerstört worden und alle sind heile. Juhu und ich hab doch noch ein Erdbeben in Neuseeland erlebt, ich war ja schon etwas enttäuscht, dass ich in Christchurch keins erlebt habe.
Für das Wochenende war in Hastings ein Poloturnier angesagt an dem Kip und Ben spielen sollten und darum habe ich mit Ben alle Pferde gewaschen und während er die restlichen Pferde geritten hat habe ich ihnen noch die Mähnen und Schweife geschoren und mit Claudia Sattelzeug geputzt wie zwei Weltmeister.
Freitag sind Claudia und ich dann Vormittags ins Kino gegangen, da das Wetter leider nicht so gut und für uns auf der Farm nichts zu tun war. Nachmittags haben wir uns dann mit Kip und Ben auf dem Poloplatz getroffen, da die beiden noch etwas trainieren wollten und ihnen geholfen die Pferde fertig zu machen.
Für Freitag Nacht gab es eine Zyklon Warnung und leider ist er mit sehr viel Regen auf Hawkes Bay getroffen, so dass das Poloturnier abgesagt werden musste. Der Platz war sowieso schon sehr feucht und durch die Mengen an Regen die der Zyklon mit sich gebracht hat stand Samstag Morgen der gesamte Platz unter Wasser. So haben wir einen gemütlichen Samstag verbracht und da es  mein letzter Tag war haben wir beschlossen ein BBQ am Abend zu machen und ich habe einen Schokoladenkuchen gebacken. Doch bevor es das BBQ gab, sind Kip, Ben und ich auf einen spektakulären Ausritt gegangen. Kip hat uns 2 Stunden über Stock und Stein, Berg auf und Berg ab zu unglaublich tollen Aussichtspunkten geführt und es hat richtig Spaß gemacht mit den Pferden durch solch eine tolle Umgebung zu reiten. Wir sind über Hügel galoppiert, durch kleine Flüsse geritten und haben einen kleinen Wald passiert und nach Rehen Ausschau gehalten. Es war ein toller letzter Tag und eine richtig tolle Zeit auf der Farm, schade nur, dass es so kurz war.
Sonntag ging es für mich dann nämlich schon um 7:30 Uhr mit dem Bus nach Auckland, wo ich um 18:30 Uhr den Flieger nach Sydney genommen habe und von dort aus nach Tokyo geflogen bin. Gerade sitze ich total müde aber aufgeregt und gespannt im Zug vom Flughafen in Richtung Tokyo Innenstadt und werde gleich im Anschluss einen Zug nach Kyoto nehmen. Und man, hier ist es schweinekalt. 5°C sollen es heute werden und dass ist gerade ein echter Schock wenn man von 25°C und Shorts und Tshirt Wetter kommt. Ich denke ich werde mir heute noch eine dicke Jacke zulegen.

 

Mai 2012
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